Donnerstag, 15. November 2012

Kritische Szene unter Wasser

Meine Name ist Timofej Tschikowski,
ich will hier und heute meine bewegende Geschichte erzählen, wie ich die Welt gerettet habe.
Wenn ihr mir nicht glaubt, lest selber.

Es war im Jahr 1962. Ich war U-Boot Kommandant und wir hatten den Befehl, den Golf von Kuba vor amerikanischen Schiffen und somit vor einer Invasion Kubas zu verteidigen. Ich war also von den Rängen her zweitwichtigster Mann auf unserer Unterwassermaschine. Die Tage und Wochen vergingen und wir vermuteten alle die Ruhe vor dem Sturm. So war es auch, sollte sich herausstellen.
Es war der 17. Oktober, an dem es passierte. Mitten in der Nacht erschütterte, so fühlte es sich an, die ganze Erde. Ich wachte in meiner Einzelkabine auf, und stiess mir vor Schreck den Kopf an meinem Gestell. Alle Alarme heulten auf und es blinkte in meiner ganzen Kabine. Ich rann aus der Kabine und stürmte zum Zimmer des Offiziers. Er war der kühlste Mensch, den ich je getroffen habe. Er stiess vor langer Zeit einen Soldaten von Bord, weil er sich weigerte, ein Flüchtlingsschiff abzuschiessen.
Er kam Sekunden später, als ich vor seiner Tür war, aus seiner Kabine und gab sofort Kommandos. Viele der Soldaten an Bord wussten nicht, dass wir nukleare Sprengkörper dabei hatten. Der Offizier rief mich zu sich und wir besprachen die Situation. Er meinte, der Erstschlag der Amerikaner sei gefallen, und der nukleare Krieg sei ausgebrochen. Bei der nächsten Erschütterung des Schiffes wollte er die Atomtorpedos Richtung Amerika losschiessen. Ich war überhaupt nicht einverstanden und wollte Einspruch erheben. Doch hätte ich das getan, hätte er mich an Ort und Stelle erschossen. So vergingen einige Stunden und das schlimmste an der ganzen Situation war, dass wir durch die Erschütterung jeglichen Funkkontakt zu unseren Kollegen auf Kuba und in Moskau verloren. Da fuhren wir also vor der Küste Amerikas herum, ohne zu wissen, ob möglicherweise der totale nukleare Krieg ausgebrochen sei oder was sonst über der Wasseroberfläche passiert war. Das waren die schlimmsten Stunden meines Lebens. Dann bebte es um 12:37 erneut. Ich wusste was jetzt passierte. Wenn wir den Erstschlag tätigten, löschten wir alles Leben auf der Erde aus. Denn Amerika würde zurückschlagen. Der Offizier liess mich per Lautsprecherdurchsage in die Leitzentrale kommen lassen. Ich wusste, dass er den dritten Weltkrieg lancieren wollte, wenn er nicht schon lang im Gange war. Da war ich also. Ich stand ihm alleine gegenüber und er sagte: "Manchmal muss ein Soldat das tun, was ein Soldat tun muss". "Ich tue es für die Sowjetunion". Er lief zum roten Hebel, den noch nie einer von uns berührte. Denn wir wussten, was für eine unglaubliche Zerstörungskraft der hatte. Er stand davor und wollte seine Hand anlegen, als ich meinen Revolver nahm und im in den Hinterkopf schoss.

Ich führte das U-Boot zurück zur kubanischen Insel, wo sich herausstellte, dass die Erschütterungen durch Warnschüsse verursacht wurden. Hätte er den Hebel gedrückt, wäre die nukleare Katastrophe Realität geworden.

1 Kommentar:

  1. Liebe Nasse Tassen in meinen Kassen!

    Dein Text gefällt mir sehr gut, da er im Gegensatz zu vielen anderen eine Geschichte widerspiegelt. Dein Versuch den geschichtlichen Hintergrund in deine Erzählung einfliessen zu lassen ist dir gut gelungen. Natürlich könnte man einige Einzelheiten genauer beschreiben, aber du wolltest/musstest einen Kurztext schreiben.

    Liebe Grüsse

    Deine Vodoomamma JuJu

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