"Wem die Kirche heilig ist und wer an Gott glaubt, bleibt hier in der Kirche!"
Das waren wohl die schockierendsten Worte, die ich in meinem ganzen Leben je gehört habe. Sechs maskierte und mit Maschinengewehren ausgestatteten Männer stürmten in den grossen Kirchensaal, mitten während einem gut besuchten Sonntagsgottesdienst und schrien diese einschneidende Worte.
Ich sass ziemlich weit vorne, in der fünften oder sechsten Reihe. Ich war alleine dort.
Eigentlich habe ich den Kontakt zur Kirche seit meiner Konformation, die schon mehr als 10 Jahre hinter mir liegt, etwas verloren. Doch seit einigen Monaten habe ich den Draht wieder gefunden und ich fühle mich seitdem viel besser. Zurück zu dem Schicksalsschlag.
Der Gottesdienst hatte circa seit 20 Minuten begonnen und der Pfarrer war schon voll in seinem Element. Er war gerade dran, einen Vergleich zwischen der heutigen Stellung der Kirche und derjenigen im Mittelalter zu machen. Doch dann knallte die Tür auf und die obengenannte Situation ereignete sich.
Mir schoss das Blut in den Kopf und spürte wie mein ganzer Körper angespannt war. Vermutlich setzte mein Körper riesige Mengen Adrenalin frei. Mir gingen komische Dinge durch den Kopf: Ist es jetzt vorbei? Überlebe ich das? Sind das also Terroristen?
Die Maskierten verteilten sich auf der Höhe des Altars und schrien erneut wild durcheinander, jeder der an Gott glaubte, sollte dort sitzen bleiben, wo er sei. Dann fing das grosse Flüchten an. Riesige Menschenmengen stürmten aus dem Kirchsaal. Ich blieb genau dort sitzen wo ich war. Ich hatte ein komisches Gefühl in mir, das mir sagte, ich sollte sitzen bleiben. Als etwa 95% des Raumes draussen war, forderten die Maskierten ein letztes Mal alle auf sitzenzubleiben, die an Gott glaubten. Niemand stand mehr auf. Jetzt hatte ich Todesangst. Zwei von den Maskierten rannen im Durchgang in der Mitte zur Türe und schlossen sie von innen ab. Ich schaute auf den Boden und fragte mich, ob es nicht besser gewesen wäre, wenn ich auch rausgerannt wäre.
Mit ihren Maschinengewehren in ihren Händen, standen die Sechs Maskierten vorne und schauten in den Saal. Was dann passierte, hätte ich nie für möglich gehalten. Seit jeher hatte ich ein Vertrauen in Gott, dass ich nie mehr verloren hatte.
Die Maskierten nahmen ihre Masken ab und da sprach der eine: "So jetzt sind wir unter uns. Lasst uns jetzt mit dem Gottesdienst fortfahren".
Liebe "Nasse Tassen in meinen Kassen"
AntwortenLöschenSehr spannende Geschichte! Am Anfang denkt man, es kommt ein wahres Erlebnis von dir, bis man irgendwann denkt: "hmmm wenn du das wirklich erlebt hättest, hättest du das doch schon bestimmt schoneinmal erwähnt? ;)". Irgendwann während des Lesens kommt man auf den Gedanken einer Kurzgeschichte, die dir auf jeden Fall sehr gelungen ist! Nur schon mit dem ersten Satz fängst du das Interesse des Lesers und der Leser wird im Verlauf des Textes nicht enttäuscht..
Toll auch, wie du es schaffst eine spannende Geschichte, oder besser ein Moment in eine spannende Geschichte zu verpacken und das mit nur so wenig Worten! Chapeu!
LG Hagrid
P.S. Schön auch mal etwas anderes, kreatives zu sehen in der Blogosphäre
Hey du!
AntwortenLöschenSuper Geschichte! Find ich wirklich toll wie du mit so wenigen Worten eine Geschichte verfasst hast, die zum Nachdenken bringt. Ich stimme Hagrid zu, es ist schön, dass wir auch mal eine kreative Geschichte zum Lesen bekommen.
Würde mich Wunder nehmen, falls sich so eine Situation verwirklichen würde, wie das dann aussehen würde.
Mach weiter so!
Grüsschen Bettina
Deine Ideen könnte man gut verfilmen. Vielleicht könntest du ja einmal ein Drehbuch schreiben.
AntwortenLöschenTschöis